1. TED changes the world

    Die Videos der TED-Talks-Website sind ja nun schon seit einiger Zeit fester Bestandteil des wevsyou Blogs. WeThink! Autor Armin Rott hat sich ebenfalls mit den kreativen Vorträgen auseinandergesetzt:

    Experten in 20-minütigen Impulsvorträgen anhören und viel lernen, das kann man auf youtube bei TED …

    Ich weiss nicht, wie diese Events zustande kamen, aber sie sind so wertvoll! Zu allen Themen kann man etwas erfahren, aus erster und aus bester Hand…

    Ganz unten werde ich Euch drei Vorträge zeigen, die mich sehr berührt und beeinflusst haben. Sie haben mich inspiriert. Dafür wurde das Internet gemacht, damit wir wachsen können. Damit wir verbunden werden, damit Ideen fliegen lernen und wir mit ihnen…

    TED ist besser als jeder Vorlesungssaal, oder jedes Klassenzimmer. Denn da wird Wissen lebendig vorgetragen. Theorie steckt immer drin, doch verpackt in, ja, packende Geschichten. In Erfahrungen und persönliche Transformation. Die Sprecher sind zu einem guten Teil auch sehr ehrlich über sich selbst. Sie zeigen sich verletzlich und eine, Brené Brown, spricht sogar über genau dieses Thema.

    Brene Brown: The power of vulnerability

    Literaturempfehlung

    Susan Cain spricht über Introvertiertheit. Obwohl das heißt, sie muss hinaus mit ihrer Botschaft und ihrem Körper. Ich fühle mit ihr, bin selber so ein „Intro“…

    Susan Cain: The power of introverts


    Literaturempfehlung

    Und der lustige und blitzgescheite Ken Robinson – ich glaube, er ist sogar der TED Direktor – stellt die rhetorische Frage, ob Schulen Kreativität zerstören…

    Sir Ken Robinson: Do schools kill creativity?

    Literaturempfehlung

    Wer nicht nur auf spielerische Art Englisch lernen will, sondern noch viel mehr… viel Spass damit!

    Sagte ich drei Vorträge? So schnell ändert sich die Welt! Und dass hier jemand die Welt ändert, das sieht man! Ich schreibe das zum allerersten Mal: Das hier ist ein „must watch!“ Bitte anschauen, bitte posten, das ist gelebte Liebe…

    Israel loves Iran – was Bilder über die Wahrheit bewirken können… 

    Israel and Iran: A love story?

    Alles Liebe. Euer Armin.


  2. Wettbewerb  Liebe Leser,wir leben in einer Welt des Wettbewerbs, oder zumindest glauben wir ganz fest daran……und diese „Tatsache“ möchte ich gerne anschauen und in Frage stellen.In der Wirtschaft sagt man, Konkurrenz belebe das Geschäft und darüber hinaus beschütze es uns noch vor schlimmen Monopolen. Stimmt das? Im Sport müsse es fast immer einen Besten oder Besseren geben, damit das Ganze überhaupt einen Sinn mache. Wie ein Sportartikelhersteller so treffend in seinem Slogan sagte: „Du gewinnst nicht Silber, du verlierst Gold…“ (Nike heisst auf Griechisch „Sieg“). Und in der Schule… in der Schule muss auch immer einen Besten geben…Mein Haus, mein Auto, mein … Boot, Pferd, Pool, Fabrik…Die ganze Sache mit dem Besser und dem Mehr, sie hat uns nicht nur Wohlstand gebracht – sie hat uns auch viel Leid, Isolation und Unsicherheit gebracht – daher würde ich gerne viel lieber über Kooperation sprechen! Sich auf etwas Positives zu konzentrieren halte ich dabei für viel konstruktiver, als das bestehend Mangelhafte nur zu kritisieren…Wenn man die Synonyme für Kooperation anschaut, wähnt man sich schon fast in einer Fantasywelt – Solidarität, Zusammenhalt, Gemeinschaft, Miteinander, Vertrauen, Respekt und Toleranz… alle ausgestorben? Oder mindestens als „unrealistisch“ abgetan, oder einfach nicht unsere „menschliche“ (und damit brutale) Natur? Survival of the Fittest?Ich glaube an Solidarität. Nicht in dem Sinne, wie sie allzu gerne propagiert wird, wenn die Zeiten wieder einmal schlecht sind und das Land am Abgrund steht. Nein, ich glaube an Solidarität in einem viel umfassenderen Sinne… dass wir alle solcherart  zusammenleben könnten, dass es allen gut ginge… dass wir in Sicherheit und Freiheit zusammenleben könnten. Ich glaube ganz fest daran, das ist möglich, das muss möglich sein.Und wie immer in diesem Blog, versuche ich einen Weg zu vertreten, der ganz individuell und persönlich ist, nicht abstrakt und theoretisch. Ich frage mich immer wieder, was ich tun kann, um mehr „Zusammen“ in meinem Leben zu erreichen und zu leben – und somit im Leben anderer. Und das hat für mich vor allem mit Offenheit, Zugewandtheit, Toleranz und all den oben schon genannten Synonymen zu tun. Ja, ich versuche irgendwie ein besserer Mensch zu sein!  Ich versuche mir zu überlegen, ob ich Wettbewerb (also Wettkampf) oder lieber Harmonie wählen möchte – in jedem Moment. Ob ich meine Mitmenschen als Feinde betrachten möchte, oder vielleicht doch lieber als Freunde. Ob sie jedoch Freunde werden, hängt in sehr großem Maße von mir selbst ab, und wie ich über sie denken möchte. Indem ich mein Denken über alles und alle verändere, verändere ich sozusagen die Welt, weil sie dadurch tatsächlich zu einem freundlicheren Ort wird – meine Welt ist freundlich, sozusagen, zumindest meistens. Wenn sie das nicht ist, habe ich bestimmt einmal wieder Kampf gewählt, anstatt Einigung, habe Differenzen wahrgenommen, wo ich Ähnlichkeiten hätte finden können…Darüber hinaus ist es noch hilfreich, bei der ganzen Wettbewerbs-Chose erst gar nicht mitzumachen…! Man kann sich ganz bewusst aus dem „Spiel um den Besseren“ herausnehmen. Man muss sich einfach nur klar machen, dass es beim Kampf immer nur Verlierer gibt. Dass, wenn einer verliert, alle verlieren, weil wir einen „zurückgelassen“ haben, und weil sich das auf uns auch auswirken muss, da wir einen essentiellen Teil von uns missachtet, und uns somit selbst geschwächt haben… Das will ich nicht mehr. Die Gemeinschaft hingegen zu stärken würde dann somit heißen, jeden zu stärken, und jeden zu stärken, die Gemeinschaft. Ob ich nun gemeinnützig tätig sein werde ist dabei vermutlich nicht so wichtig – ich tue das, was gebraucht wird, wann es gebraucht wird. Freundschaft, Hilfsbereitschaft und eine friedfertige Einstellung sind nur ein paar Beispiele für solche unterstützenden Qualitäten… ja, für solche Tugenden.Wenn ich mit anderen Menschen in Opposition gehe, gehe ich mit dem Leben selbst in Opposition. Wie viele Menschen kennt Ihr, liebe Leser, die ständig unzufrieden und in Konflikt mit irgendjemand anderem sind. Deren Welt ist voller Wettbewerb. Und sie sind für die entsprechenden Slogans auch denkbar empfänglich – du bist ein Gewinner! (Die anderen, sie sind nicht so wichtig oder sogar im Weg).Ich muss es einfach noch einmal sagen:Wenn einer verliert, verlieren alle. Weil das nicht die Welt ist, in der wir zu leben fähig wären! Wenn wir jedoch eine Welt und ein Leben wollen, wo es schön und würdig ist, zu leben, dann können wir uns ein für allemal von dem Mythos des allheilenden (heiligen?) Wettbewerbs verabschieden und allen, die noch immer konkurrieren wollen sagen, dass das nicht mehr unser Spiel ist… Das wäre eine echte Revolution…Seid Ihr für oder gegen mich? Alles Liebe. Euer Armin.

    Wettbewerb 

    Liebe Leser,

    wir leben in einer Welt des Wettbewerbs, oder zumindest glauben wir ganz fest daran…

    …und diese „Tatsache“ möchte ich gerne anschauen und in Frage stellen.

    In der Wirtschaft sagt man, Konkurrenz belebe das Geschäft und darüber hinaus beschütze es uns noch vor schlimmen Monopolen. Stimmt das? Im Sport müsse es fast immer einen Besten oder Besseren geben, damit das Ganze überhaupt einen Sinn mache. Wie ein Sportartikelhersteller so treffend in seinem Slogan sagte: „Du gewinnst nicht Silber, du verlierst Gold…“ (Nike heisst auf Griechisch „Sieg“). Und in der Schule… in der Schule muss auch immer einen Besten geben…

    Mein Haus, mein Auto, mein … Boot, Pferd, Pool, Fabrik…

    Die ganze Sache mit dem Besser und dem Mehr, sie hat uns nicht nur Wohlstand gebracht – sie hat uns auch viel Leid, Isolation und Unsicherheit gebracht – daher würde ich gerne viel lieber über Kooperation sprechen! Sich auf etwas Positives zu konzentrieren halte ich dabei für viel konstruktiver, als das bestehend Mangelhafte nur zu kritisieren…

    Wenn man die Synonyme für Kooperation anschaut, wähnt man sich schon fast in einer Fantasywelt – Solidarität, Zusammenhalt, Gemeinschaft, Miteinander, Vertrauen, Respekt und Toleranz… alle ausgestorben? Oder mindestens als „unrealistisch“ abgetan, oder einfach nicht unsere „menschliche“ (und damit brutale) Natur? Survival of the Fittest?

    Ich glaube an Solidarität. Nicht in dem Sinne, wie sie allzu gerne propagiert wird, wenn die Zeiten wieder einmal schlecht sind und das Land am Abgrund steht. Nein, ich glaube an Solidarität in einem viel umfassenderen Sinne… dass wir alle solcherart  zusammenleben könnten, dass es allen gut ginge… dass wir in Sicherheit und Freiheit zusammenleben könnten. Ich glaube ganz fest daran, das ist möglich, das muss möglich sein.

    Und wie immer in diesem Blog, versuche ich einen Weg zu vertreten, der ganz individuell und persönlich ist, nicht abstrakt und theoretisch. Ich frage mich immer wieder, was ich tun kann, um mehr „Zusammen“ in meinem Leben zu erreichen und zu leben – und somit im Leben anderer. Und das hat für mich vor allem mit Offenheit, Zugewandtheit, Toleranz und all den oben schon genannten Synonymen zu tun. Ja, ich versuche irgendwie ein besserer Mensch zu sein!  Ich versuche mir zu überlegen, ob ich Wettbewerb (also Wettkampf) oder lieber Harmonie wählen möchte – in jedem Moment. Ob ich meine Mitmenschen als Feinde betrachten möchte, oder vielleicht doch lieber als Freunde. Ob sie jedoch Freunde werden, hängt in sehr großem Maße von mir selbst ab, und wie ich über sie denken möchte.

    Indem ich mein Denken über alles und alle verändere, verändere ich sozusagen die Welt, weil sie dadurch tatsächlich zu einem freundlicheren Ort wird – meine Welt ist freundlich, sozusagen, zumindest meistens. Wenn sie das nicht ist, habe ich bestimmt einmal wieder Kampf gewählt, anstatt Einigung, habe Differenzen wahrgenommen, wo ich Ähnlichkeiten hätte finden können…

    Darüber hinaus ist es noch hilfreich, bei der ganzen Wettbewerbs-Chose erst gar nicht mitzumachen…! Man kann sich ganz bewusst aus dem „Spiel um den Besseren“ herausnehmen. Man muss sich einfach nur klar machen, dass es beim Kampf immer nur Verlierer gibt. Dass, wenn einer verliert, alle verlieren, weil wir einen „zurückgelassen“ haben, und weil sich das auf uns auch auswirken muss, da wir einen essentiellen Teil von uns missachtet, und uns somit selbst geschwächt haben… Das will ich nicht mehr. Die Gemeinschaft hingegen zu stärken würde dann somit heißen, jeden zu stärken, und jeden zu stärken, die Gemeinschaft.

    Ob ich nun gemeinnützig tätig sein werde ist dabei vermutlich nicht so wichtig – ich tue das, was gebraucht wird, wann es gebraucht wird. Freundschaft, Hilfsbereitschaft und eine friedfertige Einstellung sind nur ein paar Beispiele für solche unterstützenden Qualitäten… ja, für solche Tugenden.

    Wenn ich mit anderen Menschen in Opposition gehe, gehe ich mit dem Leben selbst in Opposition. Wie viele Menschen kennt Ihr, liebe Leser, die ständig unzufrieden und in Konflikt mit irgendjemand anderem sind. Deren Welt ist voller Wettbewerb. Und sie sind für die entsprechenden Slogans auch denkbar empfänglich – du bist ein Gewinner! (Die anderen, sie sind nicht so wichtig oder sogar im Weg).

    Ich muss es einfach noch einmal sagen:
    Wenn einer verliert, verlieren alle. Weil das nicht die Welt ist, in der wir zu leben fähig wären! Wenn wir jedoch eine Welt und ein Leben wollen, wo es schön und würdig ist, zu leben, dann können wir uns ein für allemal von dem Mythos des allheilenden (heiligen?) Wettbewerbs verabschieden und allen, die noch immer konkurrieren wollen sagen, dass das nicht mehr unser Spiel ist…

    Das wäre eine echte Revolution…

    Seid Ihr für oder gegen mich?

    Alles Liebe. Euer Armin.


  3. WeThink Talente Vol. 1 - Graffiti wird erwachsen  
Hier soll der Versuch beginnen, Menschen zu beschreiben, die ihre Talente leben. Das ist mir deshalb ein so großes Anliegen, weil ich jahrelang meine eigenen Talente nicht lebte, und das tat irgendwie weh. Das wichtigste Talent ist dabei in meinen Augen, die Fähigkeit, glücklich zu sein… 
Udown Mad Matze kenne ich von der „bar“ in Balingen. Die volle Provinz ist das hier, sollte man meinen, aber es gibt überall interessante Leute, Leute!
Matze begann – darf man das sagen? – als Sprayer. Er besprühte Mauern an Häusern in Städten. Dabei will ich gleich hier die Frage aufbringen, ob Graffiti Kunst… oder doch nur Vandalismus ist. Was will uns Graffiti sagen? Will es das überhaupt? Fakt ist, dass viele Menschen es als asozial betrachten und der Staat die sprühenden Menschen, die sich beim Sprühen nicht gerne erwischen lassen, aber dennoch gesehen werden möchten, doch ganz gerne erwischen will.  
Matze verfolgt sein Ziel des Zeigens und Gesehenwerdens inzwischen auf andere Weise – er wechselte von Hauswand auf Leinwand (und auf Möbel, Kinoplakataufsteller, Werbetafeln, Pappkartons, etc.). Er bewegt sich damit innerhalb einer Phase der Reifung, die jedes Kunstgenre durchläuft – von der wilden Undergroundphase hinein ins Salonfähige. Der Kritik seiner Szenekollegen kann er sicher sein, der Skepsis der breiten Masse (die nur tote Künstler zu schätzen scheint) ebenso. Und so bewegt er sich in einem Spannungsfeld, dessen Potenzial ich hier ganz deutlich hervorheben möchte – der gesellschaftlichen und kulturellen Integration! 
Seine Bilder hängen inzwischen in Zahnarztpraxen, und Galerien, Ladengeschäften und so weiter – und sie bringen die Strasse in die Häuser, Street-Art is going home, sozusagen… 
Matze mag sich selbst gar nicht gerne als Künstler bezeichnen – ich sehe ihm das nach, obwohl ich da höflich widerspreche. Wer seine Bilder sieht, sieht Lebensfreude in Verbindung mit Themen, Ikonen und tiefen Eindrücken unserer sogenannt modernen Gesellschaft. Sie sind eine buchstäblich bunte Mischung aus Gesichtern (von Dalí, bis Dalai Lama, von Liz Taylor bis Jimmi Hendrix), Science Fiction, Filmfiguren, graffiti icons… es sind Landschaften unseres heutigen Lebens, bunt, witzig aber auch kritisch, ohne jedoch zu moralisieren. Kultur neu verpackt, auf Matze’s Art, auf seine eigene Weise und doch innerhalb eines Genres – eben der Street Art – das insofern momentan das heißeste an Kunstform darstellt, als es den Weg ins Establishment noch nicht gefunden hat, und dessen Kraft vielleicht auch genau darin liegt, das niemals wirklich zu wollen… 
Im Zentrum Balingens – Matzes Wohnort und auch meiner – wird am Samstag, den 28. Juli, ab 14 Uhr ein Event stattfinden das meiner Ansicht seinesgleichen sucht: 
Die Rückwand des Citycenters – bis zu 8 Meter hoch und über 100 Meter lang (!) – wird von vielen verschiedenen Künstlern besprüht werden. Die Motivation der Besitzer des Gebäudes fasziniert mich dabei total. In einem Wort: Entkriminalisierung! Sie waren es einfach satt, sich mit Anzeigen wegen „Schmierereien“ herumzuschlagen. Also versuchte man einen anderen Weg, einen meiner Ansicht nach nicht nur intelligenteren, sondern auch sozialeren, mehr verbindenden – man arbeitet jetzt zusammen! 
Matze ist sozusagen die Leitfigur dieses Events und Projekts. Sie kamen auf IHN zu. Das ist ein Riesenschritt in Richtung gesellschaftlicher Konsens – das ist die Zukunft! 
Ich werde am Samstag dabei sein, inmitten all dieser „sprühenden Kreativität“… 
Für die Stadt Balingen wäre das eine Chance, sich als Kunststadt noch mehr zu etablieren und einen Schritt in Richtung moderne, zeitgenössische Kunst zu gehen. Balingen als Graffiti–Hochburg des Landes? Mit ausgewiesenen Flächen für junge Menschen, die ein Podium nicht nur brauchen, sondern auch verdient haben, einfach weil sie so GUT sind? Naja, bleiben wir mal bescheiden – Balingen als Heimat junger Künstler, die noch von sich reden machen werden, da bin ich mir ziemlich sicher! 
Matze ist – so wie ich das sehen kann – eine zentrale Figur des Ganzen. Lassen wir ihn also schaffen! 
Jede Kunst kann erwachsen werden, doch das bedeutet nicht ihren Ausverkauf. Ich meine, welcher Künstler träumt nicht – zumindest insgeheim – davon zu leben. Tätowierer können es. Airbrush–Lackierer können es. Kunstmaler, Bildhauer, Musiker können es.  
Leute, wir brauchen mehr Kunst! Und wir brauchen mehr Leute wie Matze!
Udown Mad Matze auf Facebook
Mehr Farben an die (Lein-)Wände!  
Alles Liebe. Euer Armin.

    WeThink Talente Vol. 1 - Graffiti wird erwachsen  

    Hier soll der Versuch beginnen, Menschen zu beschreiben, die ihre Talente leben. Das ist mir deshalb ein so großes Anliegen, weil ich jahrelang meine eigenen Talente nicht lebte, und das tat irgendwie weh. Das wichtigste Talent ist dabei in meinen Augen, die Fähigkeit, glücklich zu sein… 

    Udown Mad Matze kenne ich von der „bar“ in Balingen. Die volle Provinz ist das hier, sollte man meinen, aber es gibt überall interessante Leute, Leute!

    Matze begann – darf man das sagen? – als Sprayer. Er besprühte Mauern an Häusern in Städten. Dabei will ich gleich hier die Frage aufbringen, ob Graffiti Kunst… oder doch nur Vandalismus ist. Was will uns Graffiti sagen? Will es das überhaupt? Fakt ist, dass viele Menschen es als asozial betrachten und der Staat die sprühenden Menschen, die sich beim Sprühen nicht gerne erwischen lassen, aber dennoch gesehen werden möchten, doch ganz gerne erwischen will.  

    Matze verfolgt sein Ziel des Zeigens und Gesehenwerdens inzwischen auf andere Weise – er wechselte von Hauswand auf Leinwand (und auf Möbel, Kinoplakataufsteller, Werbetafeln, Pappkartons, etc.). Er bewegt sich damit innerhalb einer Phase der Reifung, die jedes Kunstgenre durchläuft – von der wilden Undergroundphase hinein ins Salonfähige. Der Kritik seiner Szenekollegen kann er sicher sein, der Skepsis der breiten Masse (die nur tote Künstler zu schätzen scheint) ebenso. Und so bewegt er sich in einem Spannungsfeld, dessen Potenzial ich hier ganz deutlich hervorheben möchte – der gesellschaftlichen und kulturellen Integration! 

    Seine Bilder hängen inzwischen in Zahnarztpraxen, und Galerien, Ladengeschäften und so weiter – und sie bringen die Strasse in die Häuser, Street-Art is going home, sozusagen… 

    Matze mag sich selbst gar nicht gerne als Künstler bezeichnen – ich sehe ihm das nach, obwohl ich da höflich widerspreche. Wer seine Bilder sieht, sieht Lebensfreude in Verbindung mit Themen, Ikonen und tiefen Eindrücken unserer sogenannt modernen Gesellschaft. Sie sind eine buchstäblich bunte Mischung aus Gesichtern (von Dalí, bis Dalai Lama, von Liz Taylor bis Jimmi Hendrix), Science Fiction, Filmfiguren, graffiti icons… es sind Landschaften unseres heutigen Lebens, bunt, witzig aber auch kritisch, ohne jedoch zu moralisieren. Kultur neu verpackt, auf Matze’s Art, auf seine eigene Weise und doch innerhalb eines Genres – eben der Street Art – das insofern momentan das heißeste an Kunstform darstellt, als es den Weg ins Establishment noch nicht gefunden hat, und dessen Kraft vielleicht auch genau darin liegt, das niemals wirklich zu wollen… 

    Im Zentrum Balingens – Matzes Wohnort und auch meiner – wird am Samstag, den 28. Juli, ab 14 Uhr ein Event stattfinden das meiner Ansicht seinesgleichen sucht: 

    Die Rückwand des Citycenters – bis zu 8 Meter hoch und über 100 Meter lang (!) – wird von vielen verschiedenen Künstlern besprüht werden. Die Motivation der Besitzer des Gebäudes fasziniert mich dabei total. In einem Wort: Entkriminalisierung! Sie waren es einfach satt, sich mit Anzeigen wegen „Schmierereien“ herumzuschlagen. Also versuchte man einen anderen Weg, einen meiner Ansicht nach nicht nur intelligenteren, sondern auch sozialeren, mehr verbindenden – man arbeitet jetzt zusammen! 

    Matze ist sozusagen die Leitfigur dieses Events und Projekts. Sie kamen auf IHN zu. Das ist ein Riesenschritt in Richtung gesellschaftlicher Konsens – das ist die Zukunft! 

    Ich werde am Samstag dabei sein, inmitten all dieser „sprühenden Kreativität“… 

    Für die Stadt Balingen wäre das eine Chance, sich als Kunststadt noch mehr zu etablieren und einen Schritt in Richtung moderne, zeitgenössische Kunst zu gehen. Balingen als Graffiti–Hochburg des Landes? Mit ausgewiesenen Flächen für junge Menschen, die ein Podium nicht nur brauchen, sondern auch verdient haben, einfach weil sie so GUT sind? Naja, bleiben wir mal bescheiden – Balingen als Heimat junger Künstler, die noch von sich reden machen werden, da bin ich mir ziemlich sicher! 

    Matze ist – so wie ich das sehen kann – eine zentrale Figur des Ganzen. Lassen wir ihn also schaffen! 

    Jede Kunst kann erwachsen werden, doch das bedeutet nicht ihren Ausverkauf. Ich meine, welcher Künstler träumt nicht – zumindest insgeheim – davon zu leben. Tätowierer können es. Airbrush–Lackierer können es. Kunstmaler, Bildhauer, Musiker können es.  

    Leute, wir brauchen mehr Kunst! Und wir brauchen mehr Leute wie Matze!

    Udown Mad Matze auf Facebook

    Mehr Farben an die (Lein-)Wände!  

    Alles Liebe. Euer Armin.


  4. Kaufen für die Müllhalde (Wirtschaft 1/3)
Liebe Leser, 
als ich das erste Mal davon hörte, war ich noch in der Schule und … mehr als erstaunt, ich war entrüstet: Unser Lehrer für Maschinenbautechnik erzählte uns, dass schon in den 70er Jahren Lackierverfahren für Autokarosserien existierten, die Rost einfach nicht mehr entstehen lassen würden; doch dass die Autoindustrie einfach kein Interesse daran hätte. Die Gründe sind offensichtlich, Geld, Macht, etc. blabla. Man hört auch immer wieder von Patenten, die „in Schubladen“ verschinden – doch die sind nur die Spitze des Eisbergs. 
Ich möchte mit dieser kleinen „Wirtschaftsreihe“ Themen ansprechen, die normalerweise nicht angesprochen werden. Dabei stelle ich wie meistens mehr Fragen, als ich beantworten kann (oder andere beantworten wollen, weil es ihren Interessen – siehe Autolack – widersprechen würde). 
Ganz mutig habe ich jetzt mal 1/3 geschrieben, in der Hoffnung, dass meine Inspiration für 3 Folgen reicht. (Vielleicht werden es aber sogar auch mehr, denn was da alles schief läuft ist kaum in einer Trilogie zu erfassen.) 
Es ist etwas faul im Staate Däneland.  
Ökonomie stammt von griechisch: ökonos – Haus. Es geht also ums Haushalten. Mit dem vernünftigen Umgang von Ressourcen. Die Wirtschaftswissenschaft nennt das – bitte nicht erschrecken, ich übersetze es gleich – effiziente Ressourcenallokation, also wirtschaftliche Zuteilung von Gütern und von Arbeitskraft… Wenn das stimmte, hätten wir vieles nicht:  
- Umweltverschmutzung
- Hunger
- Militär und Geheimdienste, etc. (denn die dienen ja nur der Aufrechterhaltung von Ungleichgewichten) 
Denn wirtschaftlich bedeutet, –das hat der Kapitalismus immer versprochen – Wohlstand für alle!  
Doch darum scheint es gar nicht zu gehen. Es geht vielmehr um die Ansammlung von Kapital, um die Konzentration von Macht und die Ausweitung von Nutzungsrechten auf Kosten der Mehrheit, uns. Dass der gegenwärtige Kapitalismus mehr Probleme schafft, als er löst, ist offensichtlich. 
Und das liegt an verschiedenen Faktoren: Produktion um jeden Preis, Zinsen, Börsen, Schaffung neuer Bedürfnisse durch Werbung, die Unterminierung der Politik, Abstraktion von sozialen Funktionen wie z.B. durch Versicherungen und Banken. 
Das Mittel, wie man viel mehr produzieren (und damit verdienen) kann, als eigentlich nötig, liegen unter anderem an… “Geplanter Obsoleszenz“! Also absichtlicher Reduktion von Produktlebenszeiten, der Lieferung mit eingebauter „Sollbruchstelle“. 
Dieses folgende Video kann einem wahrhaft die Augen öffnen; es offenbart das, was wir alle schon immer vermuteten – dass etwas nicht stimmt, mit dieser „Maschine“ genannt Produktion… Die 90 Minuten lohnen sich! 
Als ich das Video anschaute, wusste ich nicht genau, ob ich weinen oder wüten sollte. Doch bildet Euer Urteil selbst. 
Meine Ansicht ist, dass allein dieses Video genug Potenzial hat, um die Menschen auf die Strasse zu bringen. Es kann nicht sein, dass wir versuchen, Fässer ohne Boden zu füllen – das hat mit haushalten nichts zu tun! Mit Vernunft auch nicht. 
Die logischen Implikationen daraus sind allerdings sehr hoffnungsvoll. Müssten wir nicht immer für kaputtgehende Produkte arbeiten… dann müssten wir weniger, äh, arbeiten! Dann wäre der „Überlebensdruck“ nicht so hoch, das Risiko des sozialen Absturzes geringer, Leute, dann hätten wir mehr ZEIT! Das Argument, dass mit der Produktion wieder Geld verdient würde, mit dem wir uns dann wiederum ernähren, ist meines Erachtens kein Argument – man kennt ja die ewigen Diskussionen um das Thema ARBEIT… Wir müssten im Gegenteil weniger arbeiten, weil wir weniger NEUES kaufen müssten und bräuchten daher auch viel weniger Geld! Arbeit für alle ist also nicht die Lösung. Versorgung für alle wäre viel besser. 
Wohlbefinden statt endlosem, sogenanntem Wohlstand. Das Beispiel schlechthin aus dem Alltag für Wegwerfgeräte? Computerdrucker! Unsere Autos sind aber auch nicht besser. Ständig geht was kaputt! Ich frage mich, warum. Ich frage mich, muss das sein? Ich frage mich, wie lange, bis wir erkennen, dass das mit echtem Wirtschaften mal so gar nichts zu tun hat…!
Obsoleszenz ist eigentlich eine Obszönität. Und wir, die Konsumenten, sind wir ehrlich, spielen mit. Ich frage mich, wie lange noch… 
Alles Liebe. Euer Armin.

    Kaufen für die Müllhalde (Wirtschaft 1/3)

    Liebe Leser, 

    als ich das erste Mal davon hörte, war ich noch in der Schule und … mehr als erstaunt, ich war entrüstet: Unser Lehrer für Maschinenbautechnik erzählte uns, dass schon in den 70er Jahren Lackierverfahren für Autokarosserien existierten, die Rost einfach nicht mehr entstehen lassen würden; doch dass die Autoindustrie einfach kein Interesse daran hätte. Die Gründe sind offensichtlich, Geld, Macht, etc. blabla. Man hört auch immer wieder von Patenten, die „in Schubladen“ verschinden – doch die sind nur die Spitze des Eisbergs. 

    Ich möchte mit dieser kleinen „Wirtschaftsreihe“ Themen ansprechen, die normalerweise nicht angesprochen werden. Dabei stelle ich wie meistens mehr Fragen, als ich beantworten kann (oder andere beantworten wollen, weil es ihren Interessen – siehe Autolack – widersprechen würde). 

    Ganz mutig habe ich jetzt mal 1/3 geschrieben, in der Hoffnung, dass meine Inspiration für 3 Folgen reicht. (Vielleicht werden es aber sogar auch mehr, denn was da alles schief läuft ist kaum in einer Trilogie zu erfassen.) 

    Es ist etwas faul im Staate Däneland.  

    Ökonomie stammt von griechisch: ökonos – Haus. Es geht also ums Haushalten. Mit dem vernünftigen Umgang von Ressourcen. Die Wirtschaftswissenschaft nennt das – bitte nicht erschrecken, ich übersetze es gleich – effiziente Ressourcenallokation, also wirtschaftliche Zuteilung von Gütern und von Arbeitskraft… Wenn das stimmte, hätten wir vieles nicht:  

    • - Umweltverschmutzung
    • - Hunger
    • - Militär und Geheimdienste, etc. (denn die dienen ja nur der Aufrechterhaltung von Ungleichgewichten) 

    Denn wirtschaftlich bedeutet, –das hat der Kapitalismus immer versprochen – Wohlstand für alle!  

    Doch darum scheint es gar nicht zu gehen. Es geht vielmehr um die Ansammlung von Kapital, um die Konzentration von Macht und die Ausweitung von Nutzungsrechten auf Kosten der Mehrheit, uns. Dass der gegenwärtige Kapitalismus mehr Probleme schafft, als er löst, ist offensichtlich. 

    Und das liegt an verschiedenen Faktoren: Produktion um jeden Preis, Zinsen, Börsen, Schaffung neuer Bedürfnisse durch Werbung, die Unterminierung der Politik, Abstraktion von sozialen Funktionen wie z.B. durch Versicherungen und Banken. 

    Das Mittel, wie man viel mehr produzieren (und damit verdienen) kann, als eigentlich nötig, liegen unter anderem an… “Geplanter Obsoleszenz“! Also absichtlicher Reduktion von Produktlebenszeiten, der Lieferung mit eingebauter „Sollbruchstelle“. 

    Dieses folgende Video kann einem wahrhaft die Augen öffnen; es offenbart das, was wir alle schon immer vermuteten – dass etwas nicht stimmt, mit dieser „Maschine“ genannt Produktion… Die 90 Minuten lohnen sich! 

    Als ich das Video anschaute, wusste ich nicht genau, ob ich weinen oder wüten sollte. Doch bildet Euer Urteil selbst. 

    Meine Ansicht ist, dass allein dieses Video genug Potenzial hat, um die Menschen auf die Strasse zu bringen. Es kann nicht sein, dass wir versuchen, Fässer ohne Boden zu füllen – das hat mit haushalten nichts zu tun! Mit Vernunft auch nicht. 

    Die logischen Implikationen daraus sind allerdings sehr hoffnungsvoll. Müssten wir nicht immer für kaputtgehende Produkte arbeiten… dann müssten wir weniger, äh, arbeiten! Dann wäre der „Überlebensdruck“ nicht so hoch, das Risiko des sozialen Absturzes geringer, Leute, dann hätten wir mehr ZEIT! Das Argument, dass mit der Produktion wieder Geld verdient würde, mit dem wir uns dann wiederum ernähren, ist meines Erachtens kein Argument – man kennt ja die ewigen Diskussionen um das Thema ARBEIT… Wir müssten im Gegenteil weniger arbeiten, weil wir weniger NEUES kaufen müssten und bräuchten daher auch viel weniger Geld! Arbeit für alle ist also nicht die Lösung. Versorgung für alle wäre viel besser. 

    Wohlbefinden statt endlosem, sogenanntem Wohlstand. Das Beispiel schlechthin aus dem Alltag für Wegwerfgeräte? Computerdrucker! Unsere Autos sind aber auch nicht besser. Ständig geht was kaputt! Ich frage mich, warum. Ich frage mich, muss das sein? Ich frage mich, wie lange, bis wir erkennen, dass das mit echtem Wirtschaften mal so gar nichts zu tun hat…!

    Obsoleszenz ist eigentlich eine Obszönität. Und wir, die Konsumenten, sind wir ehrlich, spielen mit. Ich frage mich, wie lange noch… 

    Alles Liebe. Euer Armin.


  5. Schreibblockade 
Liebe Leser,
als erstes eine dicke Entschuldigung von mir – ich sah mich in den letzten Wochen nicht in der Lage, irgendetwas zu schreiben. Es war zu viel los – und zwar in mir drin…
Ich habe etliche Versuche gestartet, über Ideen zu schreiben, jedoch nur halbherzig und inkonsequent. Wobei dort noch interessante Sachen dabei gewesen wären… So dachte ich darüber nach über das so genannte ADS zu schreiben, und was es mit der Schule zu tun hat (und was es überhaupt mit der Schule so auf sich hat…).
Ein weiterer Text, lautete fast schon poetisch: „Zwischen den Wolken“ und sollte von Zwischenphasen, Übergängen und auch Vergänglichkeit handeln… Circa 6 verschiedene Themen begann ich, keines brachte ich zum Abschluss – denn es ging nie in eine befriedigende, lohnende Richtung!
Das wollte ich Euch einfach nicht antun. Nicht gerade erleichternd kam hinzu, dass ich wieder mit einem Grundthema von mir konfrontiert war, was genau auf „WeThink!“ zutraf – ich beginne Dinge mit großem Elan… und dann, fast unbemerkt, verläuft es im Sande, damn! Beständigkeit ist nicht gerade meine Stärke, ich bin manchmal wirklich sehr „zwischen den Wolken“. Aber egal! Es geht dennoch weiter, und das mit nicht weniger Elan, Hirnschmalz, oder „Gewissen“ [:-)] .
Es gibt noch so viel zu erzählen! Vor allem über andere Menschen! Deshalb möchte ich schon hier ankündigen, dass ich ab und zu ein Interview mit talentierten Menschen einbauen möchte. Menschen, die den Mut fanden, ihren Traum zu leben, Künstler, Träumer, Lebemenschen. Ich denke, dass wir als Menschen und als Gesellschaft noch lange nicht alles erreicht haben, was es zu erreichen gibt, dass wir aber auf einem guten Weg dorthin sind – sowas interessiert mich immer!
Außerdem plane ich eine kleine Reihe über Wirtschaft, aber nicht mit langweiligen Zahlen, sondern eher mit einem Blick hinter die Kulissen, mit Erklärungsansätzen, warum es so nicht funktioniert und auch nicht weitergehen wird… 
Ich freue mich, wenn Ihr wieder dabei sein wollt, ich verspreche – wenn schon nicht Beständigkeit – so doch wenigstens witzige Gedanken… 
Ach ja, und wir planen kürzere aber häufigere Texte…
Alles Liebe. Euer Armin

    Schreibblockade 

    Liebe Leser,

    als erstes eine dicke Entschuldigung von mir – ich sah mich in den letzten Wochen nicht in der Lage, irgendetwas zu schreiben. Es war zu viel los – und zwar in mir drin…

    Ich habe etliche Versuche gestartet, über Ideen zu schreiben, jedoch nur halbherzig und inkonsequent. Wobei dort noch interessante Sachen dabei gewesen wären… So dachte ich darüber nach über das so genannte ADS zu schreiben, und was es mit der Schule zu tun hat (und was es überhaupt mit der Schule so auf sich hat…).

    Ein weiterer Text, lautete fast schon poetisch: „Zwischen den Wolken“ und sollte von Zwischenphasen, Übergängen und auch Vergänglichkeit handeln… Circa 6 verschiedene Themen begann ich, keines brachte ich zum Abschluss – denn es ging nie in eine befriedigende, lohnende Richtung!

    Das wollte ich Euch einfach nicht antun. Nicht gerade erleichternd kam hinzu, dass ich wieder mit einem Grundthema von mir konfrontiert war, was genau auf „WeThink!“ zutraf – ich beginne Dinge mit großem Elan… und dann, fast unbemerkt, verläuft es im Sande, damn! Beständigkeit ist nicht gerade meine Stärke, ich bin manchmal wirklich sehr „zwischen den Wolken“. Aber egal! Es geht dennoch weiter, und das mit nicht weniger Elan, Hirnschmalz, oder „Gewissen“ [:-)] .

    Es gibt noch so viel zu erzählen! Vor allem über andere Menschen! Deshalb möchte ich schon hier ankündigen, dass ich ab und zu ein Interview mit talentierten Menschen einbauen möchte. Menschen, die den Mut fanden, ihren Traum zu leben, Künstler, Träumer, Lebemenschen. Ich denke, dass wir als Menschen und als Gesellschaft noch lange nicht alles erreicht haben, was es zu erreichen gibt, dass wir aber auf einem guten Weg dorthin sind – sowas interessiert mich immer!

    Außerdem plane ich eine kleine Reihe über Wirtschaft, aber nicht mit langweiligen Zahlen, sondern eher mit einem Blick hinter die Kulissen, mit Erklärungsansätzen, warum es so nicht funktioniert und auch nicht weitergehen wird… 

    Ich freue mich, wenn Ihr wieder dabei sein wollt, ich verspreche – wenn schon nicht Beständigkeit – so doch wenigstens witzige Gedanken… 

    Ach ja, und wir planen kürzere aber häufigere Texte…

    Alles Liebe. Euer Armin


  6. 28. April 2012
Dein Leben … verhindernEs ist ein ganz cooler psychologischer Trick: um zu sehen, wie man etwas erreichen kann, schaut man einfach von einer anderen Seite hin, nämlich wie man es verhindert.Ich schrieb ja vorletzte Woche ein paar Gedanken zu unserem Leben nieder, wie wir es zum Besseren fortentwickeln könnten. Wie wir eine Katharsis, also eine tiefe, inner Wandlung durchlaufen könnten, an deren Ende wir endlich so wären, wie wir gemeint waren.Wie kann man also dieses Leben, diese Entwicklung verindern?Indem man „Nein“ sagt.Indem man nicht will.Oder indem man die total nervige Klugscheißer Methode wählt und zu allem einfach „ja, aber…“ sagt.Es ist so einfach! Und die meisten sind darin extrem erfolgreich, das muss man als Leistung ehrlich anerkennen. Das meine ich auch nicht nur ironisch, denn ich glaube stark daran, dass beides gleich viel Aufwand ist. Nur die Motivationen sind anders (und die Ergebnisse erst!).„Nein“, oder „ja, aber…“ sagen hat den Vorteil, dass man sich mit den Dingen nicht auseinander setzen muss – zumindest nicht im Moment. Das spart Kraft. Später aber, wenn genau diese Dinge dann wiederkommen, muss man sich mit ihnen auseinander setzen – oder eben wieder „Nein“ sagen…Es ist schon seltsam, dass wir meinen, irgendwann fertig zu sein. Lernen macht uns doch so viel Spaß als Kinder. Welch Freude, endlich auf zwei Beinen zu stehen und zu gehen! Sprechen zu lernen. Es macht am Anfang so viel Spaß, dass wir nie auf die Idee kommen würden, es überhaupt Lernen zu nennen – eher Spielen…Ich glaube, je älter man wird, umso öfter sagt man „Nein“. Man kennt vieles schon, muss es nicht mehr „spielen“. Wenn das doch nur der einzige Grund wäre! Die meisten „Neins“ und „ja, abers…“, sagen und denken wir aus Frust. Um schlechte Erfahrungen, die wir einmal machten, in Zukunft zu verhindern. Und weil wir Angst vor neuen Erfahrungen haben, weil sie wie die alten sein könnten…Also verhindern wir sie – und damit Leben.Außerdem glauben wir, dass der gleiche Bus morgen wieder vorbeifahren wird, und dann können wir ihn ja immer noch nehmen. Doch da haben wir schon wieder von unserer selbst gewählten (nicht verhinderten) Eintönigkeit auf alles andere geschlossen. Der „gleiche Bus“ kommt niemals wieder! Nichts gleicht jemals etwas anderem, alles läuft jedes Mal anders. Ich will damit nicht sagen, dass es schlimm wäre, Chancen zu verpassen… Aber das Gefühl, etwas verpasst zu haben, das ist – Hand aufs Herz – ziemlich beknackt!Nicht, dass hier Missverständnisse entstehen – einerseits kommen die Dinge wieder, damit wie sie nochmals anschauen können (lateinisch: revidieren). Andererseits – das ist meist so bei den Chancen (den Bussen) – scheinen sie zu verschwinden, ergreift man sie nicht.Da können wir entspannen! Das Leben bietet uns nahezu unendlich viele Entwicklungs-Chancen. Der Vorteil beim Zugreifen–jetzt ist einfach, dass man dadurch später noch bessere Chancen bekommt! Die Entwicklung geht ja immer weiter, und solange wir sie nicht einladen – also „ja, aber…“ sagen – solange können sie nicht kommen, diese noch besseren Chancen und Wunder.Wenn ich mich entwickeln will, hin zu einem Leben, das erfüllter und reicher (im Sinne von reichhaltiger) als das bisherige war, dann kann ich mich fragen, was mir eine Situation über mich sagen will. Die Welt ist ein Spiegel, mehr nicht. Und wir können einen Spiegel nutzen, um unsere Eitelkeit zu feiern, oder um herauszufinden, wer wir wirklich sind, sein wollen und sein können. Und wo wir in dieser unserer Entwicklung stehen. Nein zu sagen, zu „allem“, heißt Nein zu sagen zu sich selbst. Ja, aber… sagen heißt letztendlich, dass man über sich selbst denkt, nicht zu genügen. Man selbst ist nie gut genug, dann darf auch alles andere – ja, aber… – niemals genügen. Ich war in meinen jungen Jahren nicht gerade ein Musterbeispiel an Selbstvertrauen. Gott! Die anderen waren immer besser als ich. Und wenn sie es mal ganz offensichtlich nicht waren, dann hatten sie doch wenigstens immer noch mehr Selbstwertgefühl als ich. So dachte ich; und trieb plan- und ziellos umher. Eine winzig kleine Eigenschaft jedoch (über die ich mir natürlich nicht wirklich bewusst war) ließ es mich wagen, das zu ändern – nämlich die eine Frage in mir:„Wieso?“Wieso hatte ich keinen Plan und sowieso kein Vertrauen in mich? Wieso war ich so leicht umzustoßen? Und wieso konnte sich meine Laune in jedem Moment, mit einem bösen Blick oder Wort, einfach umschlagen, von jauchzend zu total scheiße?!Die Frage stellte ich öfter, als ich sie zu beantworten vermochte. Doch genau darum geht es: Ich stellte sie so oft und so lange, bis ich es konnte!Es ist egal, was wir machen. Sogar, wie wir es machen – würde ich wagen zu sagen – ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass wir es machen, und zwar lange genug. Durchhalten, Alter! Persistence, auf Englisch, Durchhaltevermögen – ohne das geht gar nichts. Entwicklung ein Prozess ist, würde Meister Yoda vielleicht sagen.Wollen wir also unsere Entwicklung verhindern, brauchen wir einfach nur aufhören sie zu wollen. Bequem zurücklehnen. Das ist die beste Garantie für ein unzufriedenes Leben. Erstaunlich, dass so viele Menschen diesen Weg wählen (und dann sagen, sie hätten keine Wahl gehabt).Sie haben einfach zu früh „Nein“ gesagt, und vermutlich zu selten gefragt, „Wieso?“ Spielen. Lieben. Fragen. Weitermachen. Sein…Ich danke Euch für Eure Aufmerksamkeit. Macht weiter!Alles Liebe. Euer Armin

    28. April 2012

    Dein Leben … verhindern

    Es ist ein ganz cooler psychologischer Trick: um zu sehen, wie man etwas erreichen kann, schaut man einfach von einer anderen Seite hin, nämlich wie man es verhindert.
    Ich schrieb ja vorletzte Woche ein paar Gedanken zu unserem Leben nieder, wie wir es zum Besseren fortentwickeln könnten. Wie wir eine Katharsis, also eine tiefe, inner Wandlung durchlaufen könnten, an deren Ende wir endlich so wären, wie wir gemeint waren.
    Wie kann man also dieses Leben, diese Entwicklung verindern?

    Indem man „Nein“ sagt.
    Indem man nicht will.
    Oder indem man die total nervige Klugscheißer Methode wählt und zu allem einfach „ja, aber…“ sagt.

    Es ist so einfach! Und die meisten sind darin extrem erfolgreich, das muss man als Leistung ehrlich anerkennen. Das meine ich auch nicht nur ironisch, denn ich glaube stark daran, dass beides gleich viel Aufwand ist. Nur die Motivationen sind anders (und die Ergebnisse erst!).

    „Nein“, oder „ja, aber…“ sagen hat den Vorteil, dass man sich mit den Dingen nicht auseinander setzen muss – zumindest nicht im Moment. Das spart Kraft. Später aber, wenn genau diese Dinge dann wiederkommen, muss man sich mit ihnen auseinander setzen – oder eben wieder „Nein“ sagen…

    Es ist schon seltsam, dass wir meinen, irgendwann fertig zu sein. Lernen macht uns doch so viel Spaß als Kinder. Welch Freude, endlich auf zwei Beinen zu stehen und zu gehen! Sprechen zu lernen. Es macht am Anfang so viel Spaß, dass wir nie auf die Idee kommen würden, es überhaupt Lernen zu nennen – eher Spielen

    Ich glaube, je älter man wird, umso öfter sagt man „Nein“. Man kennt vieles schon, muss es nicht mehr „spielen“. Wenn das doch nur der einzige Grund wäre! Die meisten „Neins“ und „ja, abers…“, sagen und denken wir aus Frust. Um schlechte Erfahrungen, die wir einmal machten, in Zukunft zu verhindern. Und weil wir Angst vor neuen Erfahrungen haben, weil sie wie die alten sein könnten…

    Also verhindern wir sie – und damit Leben.

    Außerdem glauben wir, dass der gleiche Bus morgen wieder vorbeifahren wird, und dann können wir ihn ja immer noch nehmen. Doch da haben wir schon wieder von unserer selbst gewählten (nicht verhinderten) Eintönigkeit auf alles andere geschlossen. Der „gleiche Bus“ kommt niemals wieder! Nichts gleicht jemals etwas anderem, alles läuft jedes Mal anders.
    Ich will damit nicht sagen, dass es schlimm wäre, Chancen zu verpassen… Aber das Gefühl, etwas verpasst zu haben, das ist – Hand aufs Herz – ziemlich beknackt!

    Nicht, dass hier Missverständnisse entstehen – einerseits kommen die Dinge wieder, damit wie sie nochmals anschauen können (lateinisch: revidieren). Andererseits – das ist meist so bei den Chancen (den Bussen) – scheinen sie zu verschwinden, ergreift man sie nicht.
    Da können wir entspannen! Das Leben bietet uns nahezu unendlich viele Entwicklungs-Chancen. Der Vorteil beim Zugreifen–jetzt ist einfach, dass man dadurch später noch bessere Chancen bekommt! Die Entwicklung geht ja immer weiter, und solange wir sie nicht einladen – also „ja, aber…“ sagen – solange können sie nicht kommen, diese noch besseren Chancen und Wunder.

    Wenn ich mich entwickeln will, hin zu einem Leben, das erfüllter und reicher (im Sinne von reichhaltiger) als das bisherige war, dann kann ich mich fragen, was mir eine Situation über mich sagen will. Die Welt ist ein Spiegel, mehr nicht. Und wir können einen Spiegel nutzen, um unsere Eitelkeit zu feiern, oder um herauszufinden, wer wir wirklich sind, sein wollen und sein können. Und wo wir in dieser unserer Entwicklung stehen.

    Nein zu sagen, zu „allem“, heißt Nein zu sagen zu sich selbst. Ja, aber… sagen heißt letztendlich, dass man über sich selbst denkt, nicht zu genügen. Man selbst ist nie gut genug, dann darf auch alles andere – ja, aber… – niemals genügen.

    Ich war in meinen jungen Jahren nicht gerade ein Musterbeispiel an Selbstvertrauen. Gott! Die anderen waren immer besser als ich. Und wenn sie es mal ganz offensichtlich nicht waren, dann hatten sie doch wenigstens immer noch mehr Selbstwertgefühl als ich. So dachte ich; und trieb plan- und ziellos umher. Eine winzig kleine Eigenschaft jedoch (über die ich mir natürlich nicht wirklich bewusst war) ließ es mich wagen, das zu ändern – nämlich die eine Frage in mir:

    „Wieso?“
    Wieso hatte ich keinen Plan und sowieso kein Vertrauen in mich? Wieso war ich so leicht umzustoßen? Und wieso konnte sich meine Laune in jedem Moment, mit einem bösen Blick oder Wort, einfach umschlagen, von jauchzend zu total scheiße?!
    Die Frage stellte ich öfter, als ich sie zu beantworten vermochte. Doch genau darum geht es:
    Ich stellte sie so oft und so lange, bis ich es konnte!

    Es ist egal, was wir machen. Sogar, wie wir es machen – würde ich wagen zu sagen – ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass wir es machen, und zwar lange genug. Durchhalten, Alter! Persistence, auf Englisch, Durchhaltevermögen – ohne das geht gar nichts. Entwicklung ein Prozess ist, würde Meister Yoda vielleicht sagen.

    Wollen wir also unsere Entwicklung verhindern, brauchen wir einfach nur aufhören sie zu wollen. Bequem zurücklehnen. Das ist die beste Garantie für ein unzufriedenes Leben. Erstaunlich, dass so viele Menschen diesen Weg wählen (und dann sagen, sie hätten keine Wahl gehabt).
    Sie haben einfach zu früh „Nein“ gesagt, und vermutlich zu selten gefragt, „Wieso?“
    Spielen. Lieben. Fragen. Weitermachen. Sein…

    Ich danke Euch für Eure Aufmerksamkeit. Macht weiter!

    Alles Liebe. Euer Armin


  7. 12. April 2012
Dein LebenIch würde Euch, liebe Leser, gerne dazu anregen, über das Allerwichtigste in Eurem Leben nachzudenken – eben Euer Leben!Wie oft tut man das schon, und wie oft nicht? Ich meine, grundsätzlich darüber nachzudenken. Eher öfter nicht.Wir streben und suchen, lernen und verlernen, orientieren uns an Vorbildern und Entwürfen, die Zeiten werden irgendwie auch nicht besser, und die große, dunkle Unbekannte, sie wartet geduldig und irgendwie unbarmherzig – unsere Zukunft.In seinem Buch „Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten“ schreibt Robert Pirsig, dass die alten Griechen den Weg in die Zukunft so beschrieben, als würde man am hinteren Ende einen fahrenden Zuges stehen, mit dem Rücken in Richtung Zukunft, doch in die Vergangenheit blickend. Stimmt irgendwie, denn die Zukunft sehen wir nicht, und die Vergangenheit entfernt sich… und der Zug, der rast (oft viel zu schnell)!Dieses Buch – es war das Kultbuch der 80er – kann ich sehr empfehlen. Unter vielen anderen lehrreichen Dingen bringt Pirsig uns Lesern das Konzept von Qualität nahe. Daher auch der Untertitel „Ein Versuch über Werte“ – Versuch find ich eh immer gut.Ich müsste es eigentlich noch mal lesen.Auch erkennt und beschreibt Pirsig klar die Grenzen analytischen Denkens – „das Messer, das alles auseinander schneidet“. Um ein Sinnbild zu verwenden:Von einem Tintenmolekül kann man nicht auf die Qualität eines Textes schließen, und sei es noch so hochwertig oder teuer.Es gibt herausragende Bücher und dieses gehört dazu (obwohl das natürlich sehr subjektiv ist). Zumal er – Robert Pirsig – uns erklärt, wie „herausragend“ entsteht und aussieht (und dennoch schwer zu fassen ist) – seine „Metaphysik der Qualität“…Wie kann man ein herausragendes Leben führen?Damit meine ich nicht, besser als andere zu sein. Ich meine damit, besser zu werden, als man selbst das gestern und heute war. Zu wachsen. Den Geist immer weiter zu öffnen. Und nicht nur besser zu werden, sondern sich auch besser zu fühlen…Ist das schwer?Die Antwort auf diese Frage ist vermutlich die Antwort auf das Leben:Nichts ist schwer, wenn man weiß, wie es geht.Natürlich übertreibe ich wie immer ein bisschen, aber ein Körnchen Wahrheit ist schon dran… denn es ist eine taugliche Antwort auf das Leben. Also muss man nur noch herausfinden, „wie es geht“…Wie kann man ein herausragendes Leben leben?Indem man vor allem erst einmal genau diese Frage stellt!Stellen wir sie nicht, wie wollen wir sie dann beantworten?Das Leben bietet uns zwar schon viele unbeantwortete Fragen – aber es gibt noch so viel mehr ungestellte. „Wer suchet, der findet“, sozusagen. Wer fragt, findet Leben.Und die Antworten, wie immer sie ausfallen werden, werden wir nur in uns selbst finden. Das ist zwar fast schon ein Klischee, aber offensichtlich noch nicht Klischee genug, denn wer sucht schon wirklich nach Antworten in sich selbst? Wir suchen doch meist nach Konzepten, Entwürfen und Standards im Außen, bei den anderen, die auch nicht sooo besonders gut orientiert oder glücklicher sind – mein Boot, mein Auto, mein Haus. (Nichts dagegen, aber machen die uns glücklich?)Nein, ein wahrhaft einmaliges Leben zu leben bedeutet, neue Wege zu gehen, Dinge anders zu machen und mutig zu sein. Mutig genug, das Alte, Bekannte – inklusive meiner eigenen festgefahrenen Überzeugungen und Glaubenssätze – zu hinterfragen und auf Tauglichkeit zu überprüfen.Wozu dient das?Eine der besten Fragen, die ich überhaupt kenne.Was ist das Ziel? Auch so eine transformative Frage.(Wie geht es mir damit? Another great question!!)Das Ziel ist eigentlich immer das Selbe: Glücklich sein. Alle wollen wir doch einfach nur glücklich sein.Doch dann fangen die Probleme an, weil wir uns weigern, unsere dysfunktionalen Glückstrategien zu ändern. (Ganz abgesehen davon, dass diese Strategien meist besagen, die anderen sollten sich ändern, damit wir endlich glücklich sein können.)Wir hinterfragen unser Denken nicht, weil wir uns selbst mit unserem Denken verwechseln, und deshalb denken, wenn wir es jetzt änderten, wären wir falsch gewesen. Wir verwechseln uns außerdem mit unserem Handeln, (das ja nur eine zwangsläufige Folge unseres Denkens ist). Wir halten lieber am Alten fest, weil wir meinen, wir hätten sonst unser (bisheriges) Leben vergeudet. Aber das sagte ich ja schon.Ein guter Freund von mir sagte einmal, dass jede Geschichte, egal ob z.B. Buch oder Film, eine Art Katharsis beinhalten müsse. Der „Held der Reise“ darf am Ende nicht mehr der Gleiche sein. Wenn sich bei ihm nichts verändert hätte, wozu sollten wir uns die Geschichte denn sonst anhören, und was wäre daraus gelernt?Meine persönliche These ist, dass wir uns entweder freiwillig ändern – oder das Leben zwingt uns dazu. Und das tut weh. Außerdem macht es weniger Spaß.Wieso sollte sich also irgendjemand für unser Leben interessieren, wenn wir diese Katharsis nicht durchlaufen, wenn wir nicht bereit sind, uns zu ändern? (Katharsis verhält sich dabei ungefähr so zu Katastrophe, wie natürlich zu schmerzhaft).Ein anderer Freund sagte mal zu mir: Wer nicht gelitten hat, kann nicht gut schreiben, er hat nichts zu erzählen, woraus er schöpfen könne. Mag sein.Aber es geht ja nichts ums Schreiben, sondern darum (im besten Falle durch es) das Leiden zu beenden. Wenn das Leiden beendet ist, ist es egal, was man macht und wie man lebt. Solange man aber nicht das macht, was man liebt, wird es schwierig sein, das Leiden zu beenden, weil man ständig mit dem Gefühl herumläuft, etwas verpasst zu haben.Okay, ich merke, das ist genug Stoff für weitere Diskussion. In diesem Sinne zum Abschluss noch ein weiteres (fast) Klischee:Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum! Alles Liebe. Euer Armin.PS: beim nächsten Mal werden wir dann darüber sprechen, was man alles tun kann, um ein voll gelebtes, glückliches Leben zu verhindern…PPS: Herausragend heißt auf Lateinisch… prominent… Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten, von Robert M. PirsigHinten steht drauf: „Dieses Buch wird niemanden unberührt lassen, der die Sorge um das Morgen kennt…“

    12. April 2012

    Dein Leben

    Ich würde Euch, liebe Leser, gerne dazu anregen, über das Allerwichtigste in Eurem Leben nachzudenken – eben Euer Leben!

    Wie oft tut man das schon, und wie oft nicht? Ich meine, grundsätzlich darüber nachzudenken. Eher öfter nicht.

    Wir streben und suchen, lernen und verlernen, orientieren uns an Vorbildern und Entwürfen, die Zeiten werden irgendwie auch nicht besser, und die große, dunkle Unbekannte, sie wartet geduldig und irgendwie unbarmherzig – unsere Zukunft.

    In seinem Buch „Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten“ schreibt Robert Pirsig, dass die alten Griechen den Weg in die Zukunft so beschrieben, als würde man am hinteren Ende einen fahrenden Zuges stehen, mit dem Rücken in Richtung Zukunft, doch in die Vergangenheit blickend. Stimmt irgendwie, denn die Zukunft sehen wir nicht, und die Vergangenheit entfernt sich… und der Zug, der rast (oft viel zu schnell)!

    Dieses Buch – es war das Kultbuch der 80er – kann ich sehr empfehlen. Unter vielen anderen lehrreichen Dingen bringt Pirsig uns Lesern das Konzept von Qualität nahe. Daher auch der Untertitel „Ein Versuch über Werte“ – Versuch find ich eh immer gut.
    Ich müsste es eigentlich noch mal lesen.
    Auch erkennt und beschreibt Pirsig klar die Grenzen analytischen Denkens – „das Messer, das alles auseinander schneidet“. Um ein Sinnbild zu verwenden:
    Von einem Tintenmolekül kann man nicht auf die Qualität eines Textes schließen, und sei es noch so hochwertig oder teuer.
    Es gibt herausragende Bücher und dieses gehört dazu (obwohl das natürlich sehr subjektiv ist). Zumal er – Robert Pirsig – uns erklärt, wie „herausragend“ entsteht und aussieht (und dennoch schwer zu fassen ist) – seine „Metaphysik der Qualität“…

    Wie kann man ein herausragendes Leben führen?

    Damit meine ich nicht, besser als andere zu sein. Ich meine damit, besser zu werden, als man selbst das gestern und heute war. Zu wachsen. Den Geist immer weiter zu öffnen. Und nicht nur besser zu werden, sondern sich auch besser zu fühlen

    Ist das schwer?
    Die Antwort auf diese Frage ist vermutlich die Antwort auf das Leben:

    Nichts ist schwer, wenn man weiß, wie es geht.

    Natürlich übertreibe ich wie immer ein bisschen, aber ein Körnchen Wahrheit ist schon dran… denn es ist eine taugliche Antwort auf das Leben. Also muss man nur noch herausfinden, „wie es geht“…

    Wie kann man ein herausragendes Leben leben?
    Indem man vor allem erst einmal genau diese Frage stellt!

    Stellen wir sie nicht, wie wollen wir sie dann beantworten?
    Das Leben bietet uns zwar schon viele unbeantwortete Fragen – aber es gibt noch so viel mehr ungestellte. „Wer suchet, der findet“, sozusagen. Wer fragt, findet Leben.

    Und die Antworten, wie immer sie ausfallen werden, werden wir nur in uns selbst finden. Das ist zwar fast schon ein Klischee, aber offensichtlich noch nicht Klischee genug, denn wer sucht schon wirklich nach Antworten in sich selbst? Wir suchen doch meist nach Konzepten, Entwürfen und Standards im Außen, bei den anderen, die auch nicht sooo besonders gut orientiert oder glücklicher sind – mein Boot, mein Auto, mein Haus. (Nichts dagegen, aber machen die uns glücklich?)

    Nein, ein wahrhaft einmaliges Leben zu leben bedeutet, neue Wege zu gehen, Dinge anders zu machen und mutig zu sein. Mutig genug, das Alte, Bekannte – inklusive meiner eigenen festgefahrenen Überzeugungen und Glaubenssätze – zu hinterfragen und auf Tauglichkeit zu überprüfen.

    Wozu dient das?
    Eine der besten Fragen, die ich überhaupt kenne.

    Was ist das Ziel? Auch so eine transformative Frage.
    (Wie geht es mir damit? Another great question!!)
    Das Ziel ist eigentlich immer das Selbe: Glücklich sein.
    Alle wollen wir doch einfach nur glücklich sein.

    Doch dann fangen die Probleme an, weil wir uns weigern, unsere dysfunktionalen Glückstrategien zu ändern. (Ganz abgesehen davon, dass diese Strategien meist besagen, die anderen sollten sich ändern, damit wir endlich glücklich sein können.)
    Wir hinterfragen unser Denken nicht, weil wir uns selbst mit unserem Denken verwechseln, und deshalb denken, wenn wir es jetzt änderten, wären wir falsch gewesen. Wir verwechseln uns außerdem mit unserem Handeln, (das ja nur eine zwangsläufige Folge unseres Denkens ist). Wir halten lieber am Alten fest, weil wir meinen, wir hätten sonst unser (bisheriges) Leben vergeudet. Aber das sagte ich ja schon.

    Ein guter Freund von mir sagte einmal, dass jede Geschichte, egal ob z.B. Buch oder Film, eine Art Katharsis beinhalten müsse. Der „Held der Reise“ darf am Ende nicht mehr der Gleiche sein. Wenn sich bei ihm nichts verändert hätte, wozu sollten wir uns die Geschichte denn sonst anhören, und was wäre daraus gelernt?
    Meine persönliche These ist, dass wir uns entweder freiwillig ändern – oder das Leben zwingt uns dazu. Und das tut weh. Außerdem macht es weniger Spaß.
    Wieso sollte sich also irgendjemand für unser Leben interessieren, wenn wir diese Katharsis nicht durchlaufen, wenn wir nicht bereit sind, uns zu ändern? (Katharsis verhält sich dabei ungefähr so zu Katastrophe, wie natürlich zu schmerzhaft).

    Ein anderer Freund sagte mal zu mir:
    Wer nicht gelitten hat, kann nicht gut schreiben, er hat nichts zu erzählen, woraus er schöpfen könne.
    Mag sein.
    Aber es geht ja nichts ums Schreiben, sondern darum (im besten Falle durch es) das Leiden zu beenden. Wenn das Leiden beendet ist, ist es egal, was man macht und wie man lebt. Solange man aber nicht das macht, was man liebt, wird es schwierig sein, das Leiden zu beenden, weil man ständig mit dem Gefühl herumläuft, etwas verpasst zu haben.

    Okay, ich merke, das ist genug Stoff für weitere Diskussion. In diesem Sinne zum Abschluss noch ein weiteres (fast) Klischee:

    Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!

    Alles Liebe. Euer Armin.

    PS: beim nächsten Mal werden wir dann darüber sprechen, was man alles tun kann, um ein voll gelebtes, glückliches Leben zu verhindern
    PPS: Herausragend heißt auf Lateinisch… prominent

    Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten, von Robert M. Pirsig
    Hinten steht drauf: „Dieses Buch wird niemanden unberührt lassen, der die Sorge um das Morgen kennt…“


  8. 20. März 2012
Toleranz
Ein junger Freund von mir sagte mir neulich, dass ich der toleranteste Mensch sei, den er kenne. Also entweder hat er sonst keine Freunde……oder es muss was dran sein. Was mich jedoch fast am meisten überraschte war, dass ich das gar nicht so empfand. Da musste ich erst drüber nachdenken.Einer meiner neuen Lieblingsautoren, Tom Hodgkinson, sagt es so, in seinem Buch „Die Kunst, frei zu sein“:„Das Problem besteht nicht in den Unterschieden zwischen den Menschen, sondern darin, dass sie Unterschiede nicht respektieren.“
Also basiert Toleranz auf Respekt und Rücksicht. Und Respekt wiederum muss und kann – denke ich – nur auf Selbstrespekt beruhen. Denn wie kann ich andere und ihr Anderssein respektieren, wenn ich mein Sosein nicht respektieren und annehmen kann (oder – im Vergleich zu ihnen – mein Anderssein)?Wir alle sind anders und wir alle sind gleich. Das ist fast schon eine Binsenweisheit und kein Paradox. Die Frage ist doch lediglich, ob wir uns auf „anders“ oder auf „gleich“ konzentrieren. Und was für eine Rolle spielt Verschiedenheit dann noch, wenn Gleichwertigkeit das Ziel ist? Zumal wir unsere Vielfalt doch immer so hervorheben? Wenn ich andere Menschen – alle Menschen! – als mir gleichwertig betrachte, dann kann ich Andersartigkeit nicht mehr zu ihrer Ab- und meiner Aufwertung missbrauchen.Damit ist Toleranz als Prinzip eigentlich schon erschöpfend diskutiert und wir können uns genau dieser eigenen Betrachtungsweise der Welt (der Welt in meinem Kopf) und ihrer ursächlichen inneren Haltung zu wenden.Und da zäune ich die Sache gerne mal wieder von hinten auf, nämlich indem ich mich frage, was der Vorteil von Toleranz ist, und zwar der Vorteil für mich…Wenn der Vorteil für mich zum Vorteil anderer werden sollte, oder zumindest nicht zu ihrem Nachteil, dann bewegt sich die ganze Sache in eine gute, die richtige Richtung. Es ist wie das meiste Schöne ganz einfach: Übe ich Toleranz, geht es mir besser. Mir.Das hat nichts Egoistisches, aber auch nichts Selbstloses, sondern eher etwas Glückliches an sich.Ich bin ein Glücksökonom. Nicht in dem Sinne, dass ich überlege welche Wirtschaftsform zum meinem Glücksgefühl mehr beiträgt. Eher in der Form, dass ich mir mehr Glücksmomente am Tag verschaffe, als Unglücksmomente. (Mit der Betonung auf der Tatsache, dass nur ich mir dieses Unglück verschaffe, und dass das unabhängig jeglicher Wirtschaftsform geschieht.) Und aus meinem Glück kann ihr Glück werden, das Glück der anderen, die in ihren Lebenskonzepten und Glücksentwürfen, Angstphantasien und Bewältigungsstrategien ganz anders sein mögen als ich……die aber in ihren Zielen so gar nicht anders sind!Und mache ich dann die lehrreiche Erfahrung, dass ich auf meinen Mikrokosmos Einfluss habe, dass ich mein Umfeld und mein Erleben nicht nur wählen, sondern auch gestalten kann – zum Beispiel indem ich Konflikte löse, statt sie zu nähren – dann, Ihr lieben Künstler des Lebens und des freimütigen Miteinanders, habe ich die Chance zu begreifen, dass Toleranz keine Pflicht ist, sondern ein Recht, dass Respekt für andere ein Geschenk an mich ist, und dass mein Haltung die Ursache von „einfach allem in meinem Leben“ ist. Sagte ich, ich sei ein Glücksökonom?Nein, ich bin Glücksökologe! Denn in meiner Welt gibt es keine Konkurrenz, nur Kooperation. Weil ich für alle Menschen ein Freund und ein Bruder sein will (auch wenn das jetzt ein bisschen kitschig klingt). Bin ich denen gegenüber, denen ich begegne, intolerant, und überheblich, moralisch und rechthaberisch……wie zur Hölle kann ich dann je glücklich sein??Könnte man sagen, dass Intoleranz das Bestreben ist, anderen ihr Glück abzusprechen? Könnte es sein, dass meine Intoleranz das Pendant zu meinem Unglück ist, nur, dass bequemerweise andere dafür verantwortlich sein sollen?Und wenn ich mir das klarmache, dann muss ich nicht einmal mehr „intolerant gegen die Intoleranz“ sein, wie (glaube ich) Karl Popper einmal sagte. Denn dadurch habe ich nur erreicht, dass die Intoleranz selbst ihr Ziel erreicht hat, nämlich dass ich aufhöre, die Dinge innerhalb meiner Glückökologie zu verstehen und sie dadurch zu verwandeln, zurück zu Glück. Außerdem sind die Intoleranten schon durch ihr eigenes Unglücklichsein gestraft genug und brauchen mein Urteil nicht auch noch. Wer andere verurteilt, muss vorher über sich geurteilt haben, da er an die Macht von Urteil glaubt…Es ist die leichteste Übung, Sündenböcke zu finden (eigentlich zu machen). Doch beantwortet das noch lange nicht die Frage, warum ich das tue.Wohingegen die Frage, was es Gutes, Schönes und Wahres im Anderen gibt – Gleiches! – ihn und mich, sie alle und mich, zu einem organischen Miteinander versöhnen und verschmelzen lässt. Dann liebe Leser, ist wie gesagt die Toleranz keine moralische Pflicht mehr, sondern gleichzusetzen mir 100%er Selbstverantwortung. Dann ist sie das Recht und die Verantwortung glücklich zu sein…Mein junger Freund hat mir ein schönes Geschenk gemacht, indem er mir dies sagte. Wir alle beschenken uns ständig. Das ist die wahre Revolution, dass wir wieder zu Brüderlichkeit und Hilfe, Respekt und Miteinander zurückkehren. Lächeln wir uns wieder an, helfen wir einander, seien wir anders aber Gleiche unter Gleichen. Toleriere deinen Nächsten (mindestens genauso und überhaupt) wie dich selbst!Alles Liebe. Euer Armin.Buchtipp: Tom Hodgkinson - Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben

    20. März 2012

    Toleranz

    Ein junger Freund von mir sagte mir neulich, dass ich der toleranteste Mensch sei, den er kenne. Also entweder hat er sonst keine Freunde…
    …oder es muss was dran sein. Was mich jedoch fast am meisten überraschte war, dass ich das gar nicht so empfand. Da musste ich erst drüber nachdenken.

    Einer meiner neuen Lieblingsautoren, Tom Hodgkinson, sagt es so, in seinem Buch „Die Kunst, frei zu sein“:

    „Das Problem besteht nicht in den Unterschieden zwischen den Menschen, sondern darin, dass sie Unterschiede nicht respektieren.“

    Also basiert Toleranz auf Respekt und Rücksicht. Und Respekt wiederum muss und kann – denke ich – nur auf Selbstrespekt beruhen. Denn wie kann ich andere und ihr Anderssein respektieren, wenn ich mein Sosein nicht respektieren und annehmen kann (oder – im Vergleich zu ihnen – mein Anderssein)?

    Wir alle sind anders und wir alle sind gleich. Das ist fast schon eine Binsenweisheit und kein Paradox. Die Frage ist doch lediglich, ob wir uns auf „anders“ oder auf „gleich“ konzentrieren. Und was für eine Rolle spielt Verschiedenheit dann noch, wenn Gleichwertigkeit das Ziel ist? Zumal wir unsere Vielfalt doch immer so hervorheben? Wenn ich andere Menschen – alle Menschen! – als mir gleichwertig betrachte, dann kann ich Andersartigkeit nicht mehr zu ihrer Ab- und meiner Aufwertung missbrauchen.
    Damit ist Toleranz als Prinzip eigentlich schon erschöpfend diskutiert und wir können uns genau dieser eigenen Betrachtungsweise der Welt (der Welt in meinem Kopf) und ihrer ursächlichen inneren Haltung zu wenden.

    Und da zäune ich die Sache gerne mal wieder von hinten auf, nämlich indem ich mich frage, was der Vorteil von Toleranz ist, und zwar der Vorteil für mich

    Wenn der Vorteil für mich zum Vorteil anderer werden sollte, oder zumindest nicht zu ihrem Nachteil, dann bewegt sich die ganze Sache in eine gute, die richtige Richtung.
    Es ist wie das meiste Schöne ganz einfach: Übe ich Toleranz, geht es mir besser. Mir.

    Das hat nichts Egoistisches, aber auch nichts Selbstloses, sondern eher etwas Glückliches an sich.

    Ich bin ein Glücksökonom. Nicht in dem Sinne, dass ich überlege welche Wirtschaftsform zum meinem Glücksgefühl mehr beiträgt. Eher in der Form, dass ich mir mehr Glücksmomente am Tag verschaffe, als Unglücksmomente. (Mit der Betonung auf der Tatsache, dass nur ich mir dieses Unglück verschaffe, und dass das unabhängig jeglicher Wirtschaftsform geschieht.) Und aus meinem Glück kann ihr Glück werden, das Glück der anderen, die in ihren Lebenskonzepten und Glücksentwürfen, Angstphantasien und Bewältigungsstrategien ganz anders sein mögen als ich…
    …die aber in ihren Zielen so gar nicht anders sind!

    Und mache ich dann die lehrreiche Erfahrung, dass ich auf meinen Mikrokosmos Einfluss habe, dass ich mein Umfeld und mein Erleben nicht nur wählen, sondern auch gestalten kann – zum Beispiel indem ich Konflikte löse, statt sie zu nähren – dann, Ihr lieben Künstler des Lebens und des freimütigen Miteinanders, habe ich die Chance zu begreifen, dass Toleranz keine Pflicht ist, sondern ein Recht, dass Respekt für andere ein Geschenk an mich ist, und dass mein Haltung die Ursache von „einfach allem in meinem Leben“ ist.

    Sagte ich, ich sei ein Glücksökonom?
    Nein, ich bin Glücksökologe! Denn in meiner Welt gibt es keine Konkurrenz, nur Kooperation. Weil ich für alle Menschen ein Freund und ein Bruder sein will (auch wenn das jetzt ein bisschen kitschig klingt). Bin ich denen gegenüber, denen ich begegne, intolerant, und überheblich, moralisch und rechthaberisch…
    …wie zur Hölle kann ich dann je glücklich sein??

    Könnte man sagen, dass Intoleranz das Bestreben ist, anderen ihr Glück abzusprechen? Könnte es sein, dass meine Intoleranz das Pendant zu meinem Unglück ist, nur, dass bequemerweise andere dafür verantwortlich sein sollen?

    Und wenn ich mir das klarmache, dann muss ich nicht einmal mehr „intolerant gegen die Intoleranz“ sein, wie (glaube ich) Karl Popper einmal sagte. Denn dadurch habe ich nur erreicht, dass die Intoleranz selbst ihr Ziel erreicht hat, nämlich dass ich aufhöre, die Dinge innerhalb meiner Glückökologie zu verstehen und sie dadurch zu verwandeln, zurück zu Glück. Außerdem sind die Intoleranten schon durch ihr eigenes Unglücklichsein gestraft genug und brauchen mein Urteil nicht auch noch. Wer andere verurteilt, muss vorher über sich geurteilt haben, da er an die Macht von Urteil glaubt…

    Es ist die leichteste Übung, Sündenböcke zu finden (eigentlich zu machen). Doch beantwortet das noch lange nicht die Frage, warum ich das tue.

    Wohingegen die Frage, was es Gutes, Schönes und Wahres im Anderen gibt – Gleiches! – ihn und mich, sie alle und mich, zu einem organischen Miteinander versöhnen und verschmelzen lässt. Dann liebe Leser, ist wie gesagt die Toleranz keine moralische Pflicht mehr, sondern gleichzusetzen mir 100%er Selbstverantwortung. Dann ist sie das Recht und die Verantwortung glücklich zu sein…

    Mein junger Freund hat mir ein schönes Geschenk gemacht, indem er mir dies sagte. Wir alle beschenken uns ständig. Das ist die wahre Revolution, dass wir wieder zu Brüderlichkeit und Hilfe, Respekt und Miteinander zurückkehren. Lächeln wir uns wieder an, helfen wir einander, seien wir anders aber Gleiche unter Gleichen. Toleriere deinen Nächsten (mindestens genauso und überhaupt) wie dich selbst!

    Alles Liebe. Euer Armin.

    Buchtipp: Tom Hodgkinson - Die Kunst, frei zu sein: Handbuch für ein schönes Leben


  9. 6. März 2012
Angst
Sogar Amerika verwendet das Wort schon – „German angst“. Nicht, weil wir Deutschen besonders ängstlich wären, sondern weil das Wort so… stark ist… Angst kommt von Enge, lateinisch: anguste… Doch woher kommt die Enge?Was macht uns solche Angst, dass man ohne Übertreibung sagen kann, jeder Mensch hat sie? Die Psychologie spricht sogar von „Grundformen der Angst“.Nun, ich möchte wie so oft, das Pferd gerne von hinten aufzäumen, sozusagen die „philosophische Hintertreppe“ verwenden: Interessant ist, dass nahezu alle Menschen sagen, dass wir sie bräuchten, diese Angst; und bei dieser Diskussion wird sehr rasch auf Urinstinkte aus Urzeiten verwiesen. Ohne Angst würden wir nicht überlebt haben und überleben, heißt es dann. Niemand scheint das zu hinterfragen. Und ich glaube, ich weiß auch warum:Weil solche Argumente Rationalisierungen der eigenen Ängste sind. Wer Angst hat, glaubt an ihre Nützlichkeit, will an sie glauben, weil die Alternative der Angstfreiheit ein eigenes Versäumnis darstellen würde… I’ve got news for you:Es ist möglich, ohne Angst zu leben!(Und mit dieser Behauptung ist die Frage nach der Herkunft der Angst erst einmal in den Hintergrund gerückt.)
„Ach, bist du denn etwa ohne Angst, Armin?“ bin ich da schon gefragt worden. Ich meine, wer so etwas behauptet – so etwas Ungeheurliches! – der muss das auch beweisen! Ich bin noch nicht ohne Angst, das nicht, aber wenn ich mich so umschaue, und den Menschen zuhöre, wie sie ihr Leben erfahren… wie sie leiden… dann kann ich (wieder ohne Übertreibung) sagen:Die meisten Ängste habe ich einfach nicht. Nicht mehr. (Zu den Urinstinkten und Fluchttendenzen komme ich noch).Ich bin zu 95% angstfrei – und die restlichen 5% können mich mal. Und das liegt an folgender simplen Tatsache:Ich habe mich über Jahre hinweg bewusst mit meinen vielen (schlimmen–ekelhaften–lähmenden–und–illusionären) Ängsten auseinandergesetzt, habe mich ihnen gestellt, bin durch sie hindurch, habe sie dadurch aufgelöst und hinter mir gelassen. „Feel the Fear and do it anyway“ ist der Titel eines Buches, der Methode hat – fühl’ sie, und dann tu’s trotzdem. Ein Satz daraus:„Je weniger du die Bestätigung von jemand brauchst, umso mehr bist du fähig, ihn zu lieben.“Wow… Nur ein scheinbares Paradox, da Angst das Gegenteil von Liebe ist, Bedürftigkeit aber eine Form von Angst. Angst ist Mangel, Liebe ist Fülle; Angst ist Enge, Liebe ist Weite, Ausdehnung, Platzen vor Glück. Und jetzt kommt etwas sehr Spannendes. Der Begriff „wunschlos glücklich“ bekommt dann eine ganz andere Bedeutung, nämlich dass Wünschen unglücklich macht! Denkt darüber nach – es lohnt sich. (Ich werde darüber immer wieder schreiben…)Fluchtreflexe, also körperliche Angst, sollen uns das Überleben sichern? Das halte ich für ausgemachte, gequirlte Ihr–wisst–schon–was… Klar rennt man weg, bei Gefahr, oder kämpft. Aber
1. weiß man das sowieso, und 2. ist ein erhöhter Adrenalinspiegel nicht unbedingt etwas Unangenehmes. Und 3. hat das mit den Ängsten, mit denen wir Menschen uns heutzutage herumschlagen mal so gar nichts zu tun. Oder hindert meine Angst vor Jobverlust die Firma, Stellen abzubauen oder einfach nur mich zu feuern? (Ach, ich liebe diese rhetorischen Fragen!)
Wie man die Angst los wird und zwar ein für alle Mal? Ich sagte es schon so ungefähr:Durch eine intensive und beständige Auseinandersetzung mit diesem Thema – vor allem in sich, in mir selbst. Innenschau, Bücher, Gespräche, Experimente mit „es trotzdem tun“, denn dabei findet man heraus, dass es nicht die Angst ist, die uns „umbringt“, sondern – wenn überhaupt – unsere Reaktionen auf sie. Ein gutes Motto ist:„Die Kunst ist, es einfach mal auszuhalten“, denn es ist nicht die Angst selbst, die uns verrückt macht…… sondern unsere Interpretationen davon! Was wir über sie, und damit über uns denken. Dass wir denken, sie könne uns sagen, wer wir sind. Allein über dieses Thema könnte man schreiben, schreiben, schreiben… (und das hab ich auch vor).Die Motivation für diese lebenslange Arbeit kommt ganz automatisch, wenn man erst einmal begriffen (und irgendwann erfahren) hat, wie schön es ist, ohne Angst zu sein, und dass Glück und Angst niemals zusammen existieren können. Wir kennen und haben zwar beides, aber zum gleichen Zeitpunkt, im gleichen Moment… kann man nur eines von beiden erleben – einverstanden? Entweder, oder – und mit der Erkenntnis, dass das eine Entscheidung ist, ist die Zeit des „gerechtfertigen“ Opfer–Daseins für immer vorbei.Ich habe eine Liste erstellt, von 116 Arten seine Angst loszuwerden; schreibt mir auf facebook oder an armin.rott@gmx.de, und ich schicke sie Euch gerne zu. Oder in meinen Büchern.Ein Gutes hat es, dass wir fast alle Angst haben:Somit sitzen wir nämlich alle im gleichen Boot und sind befähigt – fast sogar aufgerufen – einander zu verstehen. Berücksichtigt man, dass die Menschen einfach sehr viel Angst haben, dann kann man sie auch besser verstehen, und dann liebe Leser, liebe Mitmenschen, dann kann man auch Verständnis haben…!Für alle Menschen… und für sich selbst auch…Alles Liebe. Euer Armin.

    6. März 2012

    Angst

    Sogar Amerika verwendet das Wort schon – „German angst“. Nicht, weil wir Deutschen besonders ängstlich wären, sondern weil das Wort so… stark ist… Angst kommt von Enge, lateinisch: anguste… Doch woher kommt die Enge?

    Was macht uns solche Angst, dass man ohne Übertreibung sagen kann, jeder Mensch hat sie? Die Psychologie spricht sogar von „Grundformen der Angst“.

    Nun, ich möchte wie so oft, das Pferd gerne von hinten aufzäumen, sozusagen die „philosophische Hintertreppe“ verwenden:

    Interessant ist, dass nahezu alle Menschen sagen, dass wir sie bräuchten, diese Angst; und bei dieser Diskussion wird sehr rasch auf Urinstinkte aus Urzeiten verwiesen. Ohne Angst würden wir nicht überlebt haben und überleben, heißt es dann. Niemand scheint das zu hinterfragen. Und ich glaube, ich weiß auch warum:

    Weil solche Argumente Rationalisierungen der eigenen Ängste sind. Wer Angst hat, glaubt an ihre Nützlichkeit, will an sie glauben, weil die Alternative der Angstfreiheit ein eigenes Versäumnis darstellen würde… I’ve got news for you:

    Es ist möglich, ohne Angst zu leben!

    (Und mit dieser Behauptung ist die Frage nach der Herkunft der Angst erst einmal in den Hintergrund gerückt.)

    „Ach, bist du denn etwa ohne Angst, Armin?“ bin ich da schon gefragt worden. Ich meine, wer so etwas behauptet – so etwas Ungeheurliches! – der muss das auch beweisen! Ich bin noch nicht ohne Angst, das nicht, aber wenn ich mich so umschaue, und den Menschen zuhöre, wie sie ihr Leben erfahren… wie sie leiden… dann kann ich (wieder ohne Übertreibung) sagen:

    Die meisten Ängste habe ich einfach nicht. Nicht mehr. (Zu den Urinstinkten und Fluchttendenzen komme ich noch).

    Ich bin zu 95% angstfrei – und die restlichen 5% können mich mal. Und das liegt an folgender simplen Tatsache:

    Ich habe mich über Jahre hinweg bewusst mit meinen vielen (schlimmen–ekelhaften–lähmenden–und–illusionären) Ängsten auseinandergesetzt, habe mich ihnen gestellt, bin durch sie hindurch, habe sie dadurch aufgelöst und hinter mir gelassen. „Feel the Fear and do it anyway“ ist der Titel eines Buches, der Methode hat – fühl’ sie, und dann tu’s trotzdem. Ein Satz daraus:

    „Je weniger du die Bestätigung von jemand brauchst, umso mehr bist du fähig, ihn zu lieben.“

    Wow… Nur ein scheinbares Paradox, da Angst das Gegenteil von Liebe ist, Bedürftigkeit aber eine Form von Angst. Angst ist Mangel, Liebe ist Fülle; Angst ist Enge, Liebe ist Weite, Ausdehnung, Platzen vor Glück. Und jetzt kommt etwas sehr Spannendes. Der Begriff „wunschlos glücklich“ bekommt dann eine ganz andere Bedeutung, nämlich dass Wünschen unglücklich macht! Denkt darüber nach – es lohnt sich. (Ich werde darüber immer wieder schreiben…)

    Fluchtreflexe, also körperliche Angst, sollen uns das Überleben sichern? Das halte ich für ausgemachte, gequirlte Ihr–wisst–schon–was… Klar rennt man weg, bei Gefahr, oder kämpft. Aber

    1. weiß man das sowieso, und
    2. ist ein erhöhter Adrenalinspiegel nicht unbedingt etwas Unangenehmes. Und
    3. hat das mit den Ängsten, mit denen wir Menschen uns heutzutage herumschlagen mal so gar nichts zu tun. Oder hindert meine Angst vor Jobverlust die Firma, Stellen abzubauen oder einfach nur mich zu feuern? (Ach, ich liebe diese rhetorischen Fragen!)


    Wie man die Angst los wird und zwar ein für alle Mal? Ich sagte es schon so ungefähr:
    Durch eine intensive und beständige Auseinandersetzung mit diesem Thema – vor allem in sich, in mir selbst. Innenschau, Bücher, Gespräche, Experimente mit „es trotzdem tun“, denn dabei findet man heraus, dass es nicht die Angst ist, die uns „umbringt“, sondern – wenn überhaupt – unsere Reaktionen auf sie. Ein gutes Motto ist:

    „Die Kunst ist, es einfach mal auszuhalten“, denn es ist nicht die Angst selbst, die uns verrückt macht…
    … sondern unsere Interpretationen davon! Was wir über sie, und damit über uns denken. Dass wir denken, sie könne uns sagen, wer wir sind. Allein über dieses Thema könnte man schreiben, schreiben, schreiben… (und das hab ich auch vor).

    Die Motivation für diese lebenslange Arbeit kommt ganz automatisch, wenn man erst einmal begriffen (und irgendwann erfahren) hat, wie schön es ist, ohne Angst zu sein, und dass Glück und Angst niemals zusammen existieren können. Wir kennen und haben zwar beides, aber zum gleichen Zeitpunkt, im gleichen Moment… kann man nur eines von beiden erleben – einverstanden? Entweder, oder – und mit der Erkenntnis, dass das eine Entscheidung ist, ist die Zeit des „gerechtfertigen“ Opfer–Daseins für immer vorbei.

    Ich habe eine Liste erstellt, von 116 Arten seine Angst loszuwerden; schreibt mir auf facebook oder an armin.rott@gmx.de, und ich schicke sie Euch gerne zu. Oder in meinen Büchern.

    Ein Gutes hat es, dass wir fast alle Angst haben:
    Somit sitzen wir nämlich alle im gleichen Boot und sind befähigt – fast sogar aufgerufen – einander zu verstehen. Berücksichtigt man, dass die Menschen einfach sehr viel Angst haben, dann kann man sie auch besser verstehen, und dann liebe Leser, liebe Mitmenschen, dann kann man auch Verständnis haben…!

    Für alle Menschen… und für sich selbst auch…

    Alles Liebe. Euer Armin.


  10. 15. Februar 2012
Die Wiederentdeckung der LangsamkeitEs war ein Kultbuch der 90er und alle, die wir es gelesen hatten, sagten, er hat ja so recht. Eigentlich.Doch was ist aus der Langsamkeit geworden, die Sten Nadolny in seinem Roman beschreibt? Darüber lohnt es sich nachzudenken – ohne Eile, eine Weile…Als ich die letzten beiden Winter vor diesem in Thailand verbrachte – ich war mit 999 km/h ’mal schnell dorthin geflogen – da hörte und sah ich die Uhren viel langsamer ticken. Überall lagen schlafende Menschen herum! Sie schliefen – und kein Schwein störte sich daran. Ein ausgeschlafenes Völkchen, diese Siamesen!Bei uns, am rasenden Puls der Zeit, gilt das als Schwäche, als vergeudete Zeit, in der man ja hätte etwas produzieren, erledigen, oder wenigstens konsumieren können. Wir bauen Maschinen, die uns die Arbeit ab- und wegnehmen, damit wir mehr Zeit haben, zu arbeiten (irgendwie – und so ähnlich…) Danke, dass ihr uns die Arbeit abnehmt, ihr Maschinen – aber warum arbeiten wir dann noch so viel?Und in der Zeit, in der wir Zeit hätten? Da müssen wir uns von der mangelnden Langsamkeit erholen, um morgen wieder sogenannten Mehrwert zu erschaffen. Schaffen. Schaffen. Schaffen. Und die magische Marke, die „kritische Masse“ an Wochenarbeitsstunden scheint sich auf ewig um die 40 herum zu tummeln.Das Tolle am Kapitalismus – ich meine den echten, nicht den, der gerade vorherrscht –, das Tolle an dem ist, dass es jeder „schaffen“ kann: vom Tellerwäscher zum Millionär, vom Arbeitenden zum Arbeitenlassenden. Neue Reiche gibt es immer wieder, vor allem nach Kriegen und Umstürzen. Das Doofe am Kapitalismus ist nur, dass es zwar jeder, aber nicht alle schaffen können… Der große Rest träumt nur von Langsamkeit. So scheint zumindest der Status Quo, die „Condition Humaine“ zu sein (und ich hör’ jetzt auch mit Jammern auf…)Ein Autor, den ich sehr schätze, Jerry Jampolsky, schrieb: „Das Denken ist entweder Teil des Problems oder Teil der Lösung.“Ich finde Lösungen viel, viel mehr sexy. Jammern hat noch nie etwas geändert. Über Politiker, Bänker oder Chefs, über Professoren, das System und das andere Geschlecht zu jammern (oder zu lästern), ist ein kraftvolles Indiz für Impotenz und Machtlosigkeit – ein Mangel an Können, Wollen, Tun.Oft wollen wir in einer Diskussion, Sonntagabends auf der Mattscheibe, und in einem Lösungsschritt gleich alle Probleme „wegmachen“. Wie wäre es stattdessen mit kleinen Schritten, kleinen aber dafür wirkungsvollen Schritten? Und diese Schritte sind am einfachsten (und vielleicht gleichzeitig am schwersten) bei uns selbst möglich.Ich habe im Jahre 2004 meinen Fernseher verschenkt. Das war für mich so ein Schritt. Ich selbst habe Lebenszeit – und meine Lebenszeit hat Qualität gewonnen. Zeitungen lese ich auch kaum noch. Sie beide versuchen mich von Problemen zu überzeugen, die einfach nicht meine sind. Ich lasse mich nicht mehr in die Speedmachine hineinsaugen. Der Mythos des gut Informierten Bürgers („Spiegelleser wissen mehr“) greift bei mir nicht mehr. Diese Haltung ist ganz gut ausgedrückt in diesem Aphorismus:„Je mehr sich die Dinge zu ändern scheinen, umso mehr bleiben sie sich gleich.“Ich habe mein Leben „entschleunigt“ und entrümpelt, auf Wesentliches reduziert und mit Qualität angereichert. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass es weniger darauf ankommt, wo ich schnell hinkomme, sondern mehr darauf, ob ich dort auch ankomme und wie es mir geht, wenn ich das tue – Wohlbefinden statt Wohlstand, sozusagen. Bin ich bei Ankunft in Hektik oder in Frieden, war die Fahrt dorthin ein Teil meines Lebens oder ein zu minimierendes Übel ohne Seele? Ein anderes Beispiel:Ich bin geneigt, Menschen zu misstrauen, die mir etwas mit Druck oder Angst verkaufen wollen. Menschen hingegen, die mir sagen, dass sie meine Entscheidung akzeptieren werden, egal wie sie ausfällt, neige ich zu vertrauen. „Lass dir Zeit“, sagen sie mir, „du wirst die Antwort schon finden – in dir. Ich kann dir nicht sagen, was du denken sollst. Bereichere mich im Gegenteil mit deiner Sicht.“ Denen vertraue ich, und so mache ich das auch mit anderen – oder zumindest: ich versuche es…Wenn wir uns keine Langsamkeit erlauben, dann haben wir auch keine Zeit für Lebensglück – und was hat das Leben verdammt nochmal für einen Sinn (sei es noch so effizient und rationalisiert)… zu was soll dann im Leben irgendetwas nütze sein??Slow down, people, or life will run through your fingers!Denn erst in der Langsamkeit kann man erkennen, wie bedeutungslos die Zeit wirklich ist – darüber werde ich auch noch schreiben, irgendwann…Alles Liebe. Euer Armin
Die Entdeckung der Langsamkeit bei Amazon

    15. Februar 2012

    Die Wiederentdeckung der Langsamkeit

    Es war ein Kultbuch der 90er und alle, die wir es gelesen hatten, sagten, er hat ja so recht. Eigentlich.

    Doch was ist aus der Langsamkeit geworden, die Sten Nadolny in seinem Roman beschreibt? Darüber lohnt es sich nachzudenken – ohne Eile, eine Weile…

    Als ich die letzten beiden Winter vor diesem in Thailand verbrachte – ich war mit 999 km/h ’mal schnell dorthin geflogen – da hörte und sah ich die Uhren viel langsamer ticken. Überall lagen schlafende Menschen herum! Sie schliefen – und kein Schwein störte sich daran. Ein ausgeschlafenes Völkchen, diese Siamesen!

    Bei uns, am rasenden Puls der Zeit, gilt das als Schwäche, als vergeudete Zeit, in der man ja hätte etwas produzieren, erledigen, oder wenigstens konsumieren können. Wir bauen Maschinen, die uns die Arbeit ab- und wegnehmen, damit wir mehr Zeit haben, zu arbeiten (irgendwie – und so ähnlich…) Danke, dass ihr uns die Arbeit abnehmt, ihr Maschinen – aber warum arbeiten wir dann noch so viel?

    Und in der Zeit, in der wir Zeit hätten? Da müssen wir uns von der mangelnden Langsamkeit erholen, um morgen wieder sogenannten Mehrwert zu erschaffen. Schaffen. Schaffen. Schaffen. Und die magische Marke, die „kritische Masse“ an Wochenarbeitsstunden scheint sich auf ewig um die 40 herum zu tummeln.

    Das Tolle am Kapitalismus – ich meine den echten, nicht den, der gerade vorherrscht –, das Tolle an dem ist, dass es jeder „schaffen“ kann: vom Tellerwäscher zum Millionär, vom Arbeitenden zum Arbeitenlassenden. Neue Reiche gibt es immer wieder, vor allem nach Kriegen und Umstürzen. Das Doofe am Kapitalismus ist nur, dass es zwar jeder, aber nicht alle schaffen können… Der große Rest träumt nur von Langsamkeit. So scheint zumindest der Status Quo, die „Condition Humaine“ zu sein (und ich hör’ jetzt auch mit Jammern auf…)

    Ein Autor, den ich sehr schätze, Jerry Jampolsky, schrieb:

    „Das Denken ist entweder Teil des Problems oder Teil der Lösung.“

    Ich finde Lösungen viel, viel mehr sexy. Jammern hat noch nie etwas geändert. Über Politiker, Bänker oder Chefs, über Professoren, das System und das andere Geschlecht zu jammern (oder zu lästern), ist ein kraftvolles Indiz für Impotenz und Machtlosigkeit – ein Mangel an Können, Wollen, Tun.

    Oft wollen wir in einer Diskussion, Sonntagabends auf der Mattscheibe, und in einem Lösungsschritt gleich alle Probleme „wegmachen“. Wie wäre es stattdessen mit kleinen Schritten, kleinen aber dafür wirkungsvollen Schritten? Und diese Schritte sind am einfachsten (und vielleicht gleichzeitig am schwersten) bei uns selbst möglich.

    Ich habe im Jahre 2004 meinen Fernseher verschenkt. Das war für mich so ein Schritt. Ich selbst habe Lebenszeit – und meine Lebenszeit hat Qualität gewonnen. Zeitungen lese ich auch kaum noch. Sie beide versuchen mich von Problemen zu überzeugen, die einfach nicht meine sind. Ich lasse mich nicht mehr in die Speedmachine hineinsaugen. Der Mythos des gut Informierten Bürgers („Spiegelleser wissen mehr“) greift bei mir nicht mehr. Diese Haltung ist ganz gut ausgedrückt in diesem Aphorismus:

    „Je mehr sich die Dinge zu ändern scheinen, umso mehr bleiben sie sich gleich.“

    Ich habe mein Leben „entschleunigt“ und entrümpelt, auf Wesentliches reduziert und mit Qualität angereichert. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass es weniger darauf ankommt, wo ich schnell hinkomme, sondern mehr darauf, ob ich dort auch ankomme und wie es mir geht, wenn ich das tue – Wohlbefinden statt Wohlstand, sozusagen. Bin ich bei Ankunft in Hektik oder in Frieden, war die Fahrt dorthin ein Teil meines Lebens oder ein zu minimierendes Übel ohne Seele?

    Ein anderes Beispiel:
    Ich bin geneigt, Menschen zu misstrauen, die mir etwas mit Druck oder Angst verkaufen wollen. Menschen hingegen, die mir sagen, dass sie meine Entscheidung akzeptieren werden, egal wie sie ausfällt, neige ich zu vertrauen. „Lass dir Zeit“, sagen sie mir, „du wirst die Antwort schon finden – in dir. Ich kann dir nicht sagen, was du denken sollst. Bereichere mich im Gegenteil mit deiner Sicht.“ Denen vertraue ich, und so mache ich das auch mit anderen – oder zumindest: ich versuche es…

    Wenn wir uns keine Langsamkeit erlauben, dann haben wir auch keine Zeit für Lebensglück – und was hat das Leben verdammt nochmal für einen Sinn (sei es noch so effizient und rationalisiert)… zu was soll dann im Leben irgendetwas nütze sein??

    Slow down, people, or life will run through your fingers!

    Denn erst in der Langsamkeit kann man erkennen, wie bedeutungslos die Zeit wirklich ist – darüber werde ich auch noch schreiben, irgendwann…

    Alles Liebe. Euer Armin

    Die Entdeckung der Langsamkeit bei Amazon